Vor Jahren noch ein NO-GO für alle Gewerkschaften – in Zeiten von Corona ein Muss?
 
Bundeskanzler Kurz schreibt das Home Office zwar nicht vor, appelliert aber dringlich, darauf umzustellen.
Was Sie als Arbeitgeber bzw. Arbeitnehmer dabei beachten müssen sowie eine Zusammenfassung über Rechte und Pflichten der Mitarbeiter und der Unternehmer und welche Schutzmaßnahmen im Bereich IT-Security Unternehmen und Arbeitnehmer treffen sollten, ist Thema dieses Artikels.

Was muss ich beachten? Was sind meine Rechte und Pflichten?

Auch in Zeiten von COVID-19 ist es als Arbeitnehmer nicht Pflicht, von zu Hause aus zu arbeiten – im Gegenzug ist es aber auch nicht das Recht des Arbeitnehmers! In Österreich ist das Home Office Vereinbarungssache. Eine Ausnahme stellen Risikogruppen dar, denn wenn Arbeitnehmer zur Risikogruppe zählen, ein ÖGK-Schreiben erhalten haben, das diese möglicherweise zur Risikogruppe gehören, ein Attest vom Arzt haben und es der Beruf prinzipiell zulassen würde von zu Hause aus arbeiten, dann hat der Arbeitnehmer das Recht darauf oder auf Anordnung des Arbeitgebers auch die Pflicht. Ist ein Home Office nicht möglich, muss der Arbeitgeber dafür Sorge tragen, die Ansteckung mit größtmöglicher Sicherheit zu verhindern, oder der Arbeitnehmer muss bei vollem Entgelt freigestellt werden.

Wenn Arbeitnehmer glauben, zur Risikogruppe zu gehören und kein Schreiben erhalten haben, sollten dieser Ihren Arzt aufsuchen, den die Entscheidung, ob dieser zur Risikogruppe gehört oder nicht, trifft der Arzt.

Wenn Arbeitnehmer gemeinsam mit einer Person im Haushalt leben, die zur Risikogruppe zählt, dann haben diese keinen rechtlichen Anspruch auf Home Office. Die Arbeitnehmer können nur auf Verständnis und eine kulante Lösung mit Ihrem Arbeitgeber hoffen – Atteste können Arbeitnehmern dabei helfen.

Die vereinbarten Arbeitszeiten im Büro gelten auch im Home Office – freie Zeiteinteilung ist nur nach Absprache mit dem Arbeitgeber möglich. Auch die gesetzliche Überstundenregelung hat zu Hause Gültigkeit! Berufliche Wege zählen zur Arbeitszeit – kurz ins eigentliche Büro fahren ist Arbeitszeit, da der Dienstort fix nach Hause verlegt wurde, egal ob die Vereinbarung mündlich oder schriftlich war. Eine Überwachung vom Arbeitgeber der Arbeitszeiten ist gesetzlich nicht erlaubt – weder darf der Arbeitgeber verlangen, dass der Arbeitnehmer – die Videokamera durchgehend eingeschaltet haben muss noch darf er eine Software einsetzen, die Mausbewegungen oder Tastenanschläge überwacht.  An Videokonferenzen müssen Arbeitnehmer teilnehmen Voraussetzung dafür ist die Bereitstellung des nötigen Equipments.

Im Homeoffice haben Arbeitgeber dafür Sorge zu tragen, das Arbeitnehmer die nötigen Arbeitsmaterialien für “Telearbeit” haben. Ein Schreibtisch oder Bürostuhl sind darin aber nicht enthalten, falls Arbeitgeber diese aber auch zur Verfügung stellen, müssen diese allen ergonomischen Anforderungen entsprechen. Die Kosten für Internet, Telefon usw. sind vom Arbeitgeber zu tragen, am besten ist es, eine Pauschale für diese Aufwendungen im Vorfeld zu vereinbaren. Bei kleineren Anschaffungen wie Papier und Stifte sollte es genügen, wenn die Rechnungen vom Arbeitnehmer aufbewahrt werden und später vom Arbeitgeber erstattet werden. Für größere Anschaffungen wie Laptop und PC ist der Arbeitgeber verantwortlich und dürfen nur nach Rücksprache mit dem Arbeitgeber vom Arbeitnehmer angeschafft werden.  

Schutzmaßnahmen im Bereich IT-Security

Die IT-Security im Home Office ist für Arbeitgeber oft eine große Herausforderung, diese sind vielseitig und sollten nicht auf der Strecke bleiben. Es gilt in Zeiten wie diesen eine flexible und wirkungsvolle Lösung auszuwählen und effizient zu implementieren. Die wichtigsten Handlungsfelder, Listen wir hier für Sie auf, um auch cybertechnisch gut durch Covid-19 zu kommen.

 

Sicherer Zugriff auf Daten und Anwendungen
ein VPN-Zugangstunnel hat große Sicherheitsrisiken, aber auch Performance-Probleme, wenn nun nicht mehr vereinzelt, sondern in Massen auf den Firmenserver zugegriffen wird. Auch können sehr hohe Kosten bei dieser Variante für den Arbeitgeber entstehen. Zeitgemäßere Lösungen setzen auf Zero Trust und Cloud Security Plattform Lösungen.

Einfach und sicher auch große Daten im Home Office Austauschen

Mitarbeiter sollten nicht gezwungen sein, sensible Daten über Whatsapp, E-Mail oder Ähnliches zu verschicken, denn der Datenschutz gilt auch im Home Office. Webbasierte Cloud Lösungen mit einfacher Funktionalität und DSGVO- Konformität müssen zum Einsatz kommen.

IT-Security- Trainings für Mitarbeiter im Home Office

Von Malware bis zu ungesicherte WLAN-Verbindungen oder Installation neuer Apps und Anwendungen sowie Phishing-E-Mails, manipulierte URLs und Anhänge, die IT-Angriffsmöglichkeiten und Sicherheitslücken für Cyberkriminelle sind im Home Office Bereich eine ausgezeichnete Gelegenheit, den Arbeitgeber ohne guten Schutz lahm zu legen. Eine gute Schulung sowie ein aktives Security-Paket ist daher unerlässlich. Der Arbeitgeber sollte den Arbeitnehmer auch darüber aufklären, inwieweit es erlaubt ist, das Unternehmensgerät privat zu nutzen.

Die IT-Security-Themen im Home Office sind vielseitig und sollten nicht auf der Strecke bleiben. Es gilt in Zeiten wie diesen eine flexible und wirkungsvolle Lösung auszuwählen und effizient zu implementieren.

 

Die IT-Security im Home Office bereitet Ihnen eine für Sie nicht bewältigbare Herausforderung? Kein Problem als IT-Security-Spezialist helfe ich Ihnen gerne und gemeinsam finden wir für Sie die passende Lösung.

Martin Schuchaneg, B.A.
IT Security Experte